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Wer schonmal eine bootbare Linux-CD selber erstellen wollte, weiss, dass es nicht immer ganz einfach ist. Und wenn man dann noch eine “mal eben” “ganz schnell” mit speziellen Paketen oder Features benötigt, kommt man doch ins schwitzen Aber dafür gibt es jetzt SuSE Studio – eine Online Platform, die einem eine bootbare SuSE CD erstellt. Meine bisherigen Spielereien haben sich auf ein paar zusätzliche Pakete wie z.B. openvpn oder sudo in der Live-Umgebung beschränkt, allerdings hat das soweit Problemlos funktioniert. Und für die Konfiguration kann man einfach ein Overlay, bestehend aus einzelnen Dateien oder tarballs mit übernahme der Dateirechte, hochladen. Mit einem klick auf “Build” wird einem dann in ca. 3 Minuten eine LiveCD erstellt und man kann die ISO herunterladen. Praktisch! Wie ja früher schonmal angedeutet, brauchte ich an einem “am a.. der Welt”-Standort in Italien Internet und Telefon. Aber leider wollte uns dort die dortige Telekom keinen Anschluss legen – nicht wirtschaftlicht. Und diese Aussage ist doch vertretbar, wenn die für einen Hausanschluss für 10.000€ die Strasse aufbuddeln müssen. Die nächste Möglichkeit wäre über WiFi gewesen – aber leider stand dort genau ein Hotel in der Blickrichtung, also fiel das auch flach. Aber interessanterweise gab es doch hervorragenden UMTS-Empfang (laut BlackBerry 5/5 Balken – und das eröffnet gerade im Bereich Internetverbindung doch einige Türen, die man durchaus nutzen kann. Fest stand, dass die Internetverbindung nicht nur “mal eben” über einen Laptop per USB-Stick erstellt werden sollte, sondern es doch eher in die Richtung wie der heimische DSL-Anschluss gehen soll. Also musste ein Router her, der UMTS unterstützt. Aber wenn man sich hier kommerzielle Produkte ansieht, landet man doch extrem schnell bei 1.000€ und mehr – komplett ausserhalb meiner Preisklasse. Und ein einfacher Desktoprechner mit Linux? Würde funktionieren, aber der ständige Stromverbrauch und Lärm eines solchen Systems war einfach unpraktikabel. Doch auch dafür gab es eine recht einfache Lösung: Das ALIX-Board von PC-Engines – genauer gesagt das alix6b2. Die ALIX-Boards sind ein vollwärtiger x86-PC in einem winzigen Formfaktor (lediglich ca. 15x15cm) und basierend auf einer AMD Geode LX CPU mit 500MHz und 256MB festgelöteten RAM bieten die genug Power für einen einfachen Router. VGA bietet es zwar nicht, aber eine serielle Konsole bietet im Grund mit Linux zusammen echt keinerlei Nachteile. Jetzt wurde natürlich noch folgende Dinge benötigt:
Als CF-Karte habe ich der Box eine 4GB SanDisk Extreme III spendiert – die liefert gute Performance und ist auch durchaus haltbar. Dann kam noch eine Sierr Wireless MC8790 mit Qualcomm Chipsatz für UMTS zum Einsatz. Die Karte ist zwar relativ kostspielig, aber auf einen USB-Stick, der da noch dranhängt, wollte ich mich einfach nicht einlassen. Zusammengebaut sieht das ganze dann in etwa so aus:
Das ist doch kompakt genug! Und 0dB Geräuschentwicklung – lediglich die Spannungswandler surren ein bisschen, wenn die Box unter Last steht. Wenn man das gleiche mal mit kommerziellen UMTS-Routern vergleicht und die Kosten ermittelt, hat man bis jetzt folgendes ausgegeben: ALIX 6b2 – 115€ Jetzt liegt man insgesammt bei 350€. Wenn man komplett auf Low-Budget gehen will, kann man die UMTS-Karte noch gegen ein USB-Stick tauschen und dann noch ein alix2d3 nehmen. Die USB-Sticks gibts dabei schon für ca. 60€, erlauben aber oft keine externe Antenne und die Linux-Kompatblität ist auch nicht immer sichergestellt. Der Vorteil dabei wäre eigentlich nur, dass das alix2d3 sogar nur noch die Abmaße von ca. 10x15cm hat. Ich brauchte an dem Standort allerdings umbedingt noch eine bessere UMTS-Antenne, so dass auch bei schlechteren Witterungen der Empfang ok ist. Nach etwas suchen habe ich mich hier dann für eine SLP14-MK2 von Thieking entschieden – die bietet 9dBi gain und hat dabei noch recht kompakte Abmasse und sprengt mit ca. 45€ auch das Budget nicht übermäßig. Wer mehr gain braucht, kann hier natürlich noch für mehr Geld auch bessere Antennen erwerben Mit dem Equipment zusammen konnte ich dann direkt loslegen. Als Betriebsystem kam Vyatta (eine Linux Distribution, speziell für Router/Firewalls optimiert) und nach einigen Eintellungen (komplettes HOWTO folgt!) war die Box dann auch schon Einsatzbereit – also ab damit nach Italien! Was jetzt noch fehlte war im Grunde die SIM-Karte. Hier gabs von Vodafone (einziger Anbiter mit gutem Empfang!) PrePaid-Karte in die Box – UMTS-Internet für 5€ Tagesflatrate war ausreichend. Das wars dann auch im Grunde – Online fernab der Zivilisation! Und wer jetzt noch wissen will, wie das mit der Vyatta-Konfiguration ganz genau geht – für den gibts in den nächsten Tagen ein HowTo Die Versatel hat es echt mit den Baggerfahrern… Erst am Anfang des Jahres gab es bei der Versatel im grossraum Paderborn eine Störung, die sogar über mehrere Tage andauerte. Und jetzt hat jemand ein Glasfaserkabel an der A45 in der nähe von Dortmund ausgegraben. Schade nur, dass dadurch gleich riesige Störungen auftreten und scheinbar kein adequates Backup existiert – kann man nur hoffen, dass die Störung zeitnah behoben wird (und es nicht 3 Tage dauert). Wir sind auf jedenfall – trotz Versatel-Leitung – noch über Backup online. Update: seit 19:00 sind die Business-Anbindungen wieder online – für die DSLer kanns noch bis morgen dauern, bis die Queue für die Anmeldungen abgearbeitet ist |
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